Sparplanrechner für ETF und regelmäßigen Vermögensaufbau

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Ergebnisse

Voraussichtliches Endguthaben
Gesamte Einzahlungen
Erzielter Zinsgewinn und Wertzuwachs
Zinsanteil am Gesamtvermögen
Jährlicher Vermögensaufbau im Detail
JahrSparrateEingezahltJahresgewinnEndguthaben

Wie ein regelmäßiger Sparplan langfristig Vermögen aufbaut

Ein Wertpapiersparplan, insbesondere auf breit diversifizierte Exchange Traded Funds (ETFs), hat sich in den vergangenen Jahren zum beliebtesten Instrument des privaten Vermögensaufbaus in Deutschland entwickelt. Das Prinzip ist denkbar einfach: Jeden Monat wird ein fester Geldbetrag automatisch investiert, unabhängig davon, ob die Börsenkurse gerade steigen oder fallen.

Durch diese Regelmäßigkeit greift der sogenannte Durchschnittskosteneffekt oder Cost-Average-Effekt. Bei niedrigen Kursen erwerben Sparer für denselben monatlichen Betrag mehr Fondsanteile, bei hohen Kursen entsprechend weniger. Auf lange Sicht glättet diese Systematik den Einstiegskurs und schützt Privatanleger vor dem psychologisch oft fatalen Versuch, den optimalen Markteinstiegszeitpunkt vorherzusagen.

Der eigentliche Renditetreiber eines Sparplans über 10, 20 oder 30 Jahre ist jedoch der Zinseszinseffekt. Während in den ersten Jahren die eigenen Einzahlungen den Großteil des Depotwertes ausmachen, übernehmen später die wiederangelegten Kursgewinne und Ausschüttungen die Führung und lassen das Vermögen exponentiell anwachsen.

Mathematische Berechnung und das Renditedreieck

Ein monatlicher Sparplan kombiniert die Zinseszinsformel für das einmalige Startkapital mit der Rentenendwertformel für die regelmäßigen Monatsraten. Da Sparraten bei Brokern und Banken üblicherweise zu Monatsbeginn abgebucht werden, arbeitet das Geld vorschüssig und erwirtschaftet bereits im laufenden Monat Zinserträge.

Wird zusätzlich eine jährliche Dynamik vereinbart (beispielsweise eine Erhöhung der monatlichen Sparrate um 2 oder 3 Prozent zum Jahreswechsel), wächst die monatliche Einzahlung im Gleichschritt mit dem Gehalt oder gleicht die Teuerung aus. Dadurch potenziert sich das spätere Endvermögen nochmals spürbar.

Als fundierte Datengrundlage für realistische Renditeannahmen dient das historische **Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI)**. Über beliebige 20- oder 30-Jahres-Zeiträume erzielten weltweite Aktienanlagen wie der MSCI World historisch eine durchschnittliche Rendite von 6,0 bis 8,0 Prozent pro Jahr, selbst unter Berücksichtigung historischer Krisen und Kriege.

Steuerliche Vorteile und die Teilfreistellung bei Aktien-ETFs

Kapitalerträge unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag (effektiv 26,375 Prozent) und gegebenenfalls Kirchensteuer. Für Investmentfonds und ETFs greift jedoch eine wichtige steuerliche Sonderregelung:

Nach **§ 20 des Investmentsteuergesetzes (InvStG)** gilt für reine Aktienfonds mit einer Aktienquote von mindestens 51 Prozent eine **Teilfreistellung von 30 Prozent**. Das bedeutet, dass 30 Prozent aller Ausschüttungen und realisierten Kursgewinne von vornherein komplett steuerfrei bleiben. Besteuert werden lediglich die verbleibenden 70 Prozent des Gewinns.

In Kombination mit dem **Sparerpauschbetrag** von 1.000 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 2.000 Euro für Verheiratete (§ 20 Abs. 9 EStG) können beträchtliche Gewinne steuerfrei vereinnahmt oder reinvestiert werden, bevor der Staat zugreift.

Der Zinseszinseffekt als exponentieller Vermögensmotor

Die größte Überraschung für viele Sparer liegt im Umkipp-Punkt des Sparplans: dem Moment, ab dem die erwirtschafteten Jahresgewinne höher ausfallen als die gesamten jährlichen Einzahlungen aus eigener Tasche.

Wer beispielsweise 20 Jahre lang monatlich 200 Euro bei 7 Prozent Rendite anlegt, zahlt in Summe 49.000 Euro an Eigenkapital ein (inklusive 1.000 Euro Startguthaben). Das resultierende Endvermögen beläuft sich jedoch auf über 108.800 Euro. Mehr als 54 Prozent des gesamten Endvermögens stammen nicht aus der eigenen Geldbörse, sondern sind reine Zinsen und Kursgewinne.

Wird die Spardauer um weitere 10 Jahre auf 30 Jahre verlängert, steigt der Zinsanteil am Endkapital auf über 71 Prozent. Dies belegt eindrucksvoll: Im langfristigen Sparplan ist Zeit der mit Abstand wertvollste Faktor.

Modellrechnung für monatliche Einzahlungen bei 7 Prozent Rendite

Ausgangsszenario mit 1.000 Euro Startguthaben und einer monatlichen Sparrate von 200 Euro bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von 7,0 Prozent. Die Tabelle zeigt die Entwicklung über verschiedene Horizonte:

AnlageszenarioEigenes Kapital eingezahltErzielter ZinsgewinnGesamtes EndguthabenZinsanteil am Vermögen
10 Jahre Sparzeit (ohne Dynamik)25.000,00 €11.602,74 €36.602,74 €31,70 %
20 Jahre Sparzeit (ohne Dynamik)49.000,00 €59.831,82 €108.831,82 €54,98 %
20 Jahre mit 2 % jährlicher Dynamik59.313,69 €66.431,60 €125.745,29 €52,83 %
30 Jahre Sparzeit (Langfristhorizont)73.000,00 €182.454,77 €255.454,77 €71,42 %

Über 30 Jahre verwandeln sich 73.000 Euro an monatlichen Einzahlungen in mehr als eine Viertelmillion Euro (255.454,77 Euro). Der Zinsgewinn von über 182.400 Euro übertrifft die Einzahlungen um mehr als das Zweieinhalbfache.

Häufig gestellte Fragen zum ETF und Fondssparplan

Welche monatliche Sparrate ist für den Einstieg sinnvoll?
Viele Neobroker und Direktbanken ermöglichen Sparpläne bereits ab 1 Euro oder 25 Euro pro Monat. Entscheidend ist nicht eine hohe Einstiegssumme, sondern die Kontinuität und das möglichst frühe Starten.
Was passiert bei Kurseinbrüchen an der Börse?
In einer Schwächephase kauft der Sparplan automatisch zu günstigeren Kursen ein. Dies senkt den durchschnittlichen Einkaufspreis und erhöht die Renditechancen bei der späteren Erholung.
Wie funktioniert die Vorabpauschale bei ETFs?
Die Vorabpauschale ist eine jährliche Mindestbesteuerung auf noch nicht realisierte Kursgewinne nach dem InvStG. Sie wird über den Basiszins der Bundesbank berechnet und mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet.
Kann ein Sparplan jederzeit pausiert oder geändert werden?
Ja. Bei modernen Brokern ist die Sparrate jederzeit flexibel, kann kostenfrei ausgesetzt, erhöht oder verringert werden. Es besteht keinerlei vertragliche Mindestlaufzeit.
Was ist der Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs?
Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder im Fonds an, was den Zinseszinseffekt maximiert. Ausschüttende ETFs zahlen Erträge auf das Verrechnungskonto aus.
Lohnt sich eine jährliche Sparratendynamik?
Sehr. Eine Dynamik von 2 bis 3 Prozent passt die Sparleistung automatisch an Gehaltserhöhungen und Inflation an und vergrößert das spätere Endkapital erheblich.
Gibt es ein Ausfallrisiko bei ETF-Anbietern?
Nein. Das Fondsvermögen gilt rechtlich als Sondervermögen nach dem KAGB und ist im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft oder der Depotbank vor Gläubigerzugriffen geschützt.
Welcher Index eignet sich für einen weltweiten Sparplan?
Breite Standardindizes wie der MSCI World (Industrieländer) oder der FTSE All-World (Industrie- und Schwellenländer) streuen das Risiko über Tausende weltweite Unternehmen.

Statistische Quellen und rechtliche Grundlagen

Die Berechnungen beruhen auf finanzmathematischen Zinsmodellen. Vergangene Renditen sind keine Garantie für künftige Wertentwicklungen.

Stand: Januar 2026

Methodik