Entnahmerechner für Ihren Ruhestand und die Finanzielle Freiheit

1. Kapital & Entnahmeparameter

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2. Strategie & Markterwartung

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Ergebnis des Entnahmeplans

Reichweite Ihres Vermögens
...
...
Gesamte Auszahlungen über den Zeitraum0
Erwirtschaftete Rendite während der Entnahmephase0
Verbleibendes Endvermögen am Laufzeitende0
Dauerhaft inflationsbereinigte Entnahme (Ewige Rente)0

Entnahmeverlauf und Restkapital im Zeitverlauf

JahrMonatsrenteJahresentnahmeJahresrenditeRestkapital am Jahresende

Der Entnahmeplan als Fundament für Ruhestand und FIRE

Der systematische Vermögensverzehr in der Entnahmephase unterscheidet sich grundlegend von der vorangegangenen Ansparphase. Während beim Vermögensaufbau der Zinseszinseffekt und regelmäßige Sparraten für stetigen Zuwachs sorgen, treten im Ruhestand oder bei Erreichen der finanziellen Freiheit (FIRE: Financial Independence, Retire Early) neue Risiken wie das Renditereihenfolgerisiko (Sequence of Returns Risk) und die Kaufkraftentwertung durch Inflation in den Vordergrund.

Ein solider Entnahmerechner ermittelt cent-genau, wie lange ein angespartes Kapital bei einer bestimmten monatlichen Entnahme ausreicht, welcher Inflationsausgleich erforderlich ist und wie hoch die sichere Entnahmerate (Safe Withdrawal Rate) sein darf, um ein vorzeitiges Aufzehren des Depots verlässlich zu verhindern.

Mathematische Modellierung und die 4 Prozent Regel der Trinity Study

Das finanzmathematische Rechenmodell berechnet die monatliche Dynamik nach dem Rentenbarwertprinzip. Jeden Monat wird die fällige Auszahlung entnommen, während das verbleibende Restkapital mit dem monatlichen Zinseszinssatz r_m = (1 + r)^(1/12) - 1 weiterwächst. Bei dynamischem Inflationsausgleich erhöht sich die monatliche Entnahme zu Beginn jedes Jahres um die gewählte Inflationsrate i.

Als wissenschaftlicher Goldstandard für die sichere Entnahmerate gilt die berühmte **Trinity Study** (Cooley, Hubbard, Walz 1998) sowie die wegweisenden Arbeiten von William Bengen (1994). Historische Rückrechnungen über Zeiträume von 30 Jahren zeigen, dass ein diversifiziertes Aktien- und Anleiheportfolio mit einer anfänglichen Entnahmerate von 3,5% bis 4,0% des Startkapitals (jährlich um die Inflation gesteigert) eine Erfolgswahrscheinlichkeit von über 95% aufweist, ohne dass das Kapital vorzeitig erschöpft ist.

Steuerliche Optimierung in der Entnahmephase 2026

In Deutschland unterliegen realisierte Kursgewinne und Dividenden beim Verkauf von Fondsanteilen der Abgeltungsteuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag (effektiv 26,375%) sowie gegebenenfalls Kirchensteuer. Durch das First-in-First-out-Prinzip (FIFO) werden beim Teilverkauf von Wertpapieren stets die ältesten Anteile zuerst veräußert.

Für Aktien-ETFs greift nach § 20 InvStG die gesetzliche **Teilfreistellung von 30%**. Das bedeutet, dass 30% aller Kursgewinne und Ausschüttungen vollkommen steuerfrei bleiben. Zudem steht jedem Steuerpflichtigen ab 2026 der Sparerpauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Verheirateten) jährlich zur Verfügung, der vorrangig verrechnet wird.

Kapitalverzehr versus Ewige Rente mit Kapitalerhalt

Bei der Ruhestandsplanung stehen Anleger vor der strategischen Grundentscheidung zwischen zwei Modellen:

1. Entnahme mit Kapitalverzehr: Das Vermögen wird über einen definierten Zeithorizont (beispielsweise 30 oder 35 Jahre bis zum statistischen Lebensende) planmäßig aufgebraucht. Dies erlaubt eine spürbar höhere monatliche Rente, hinterlässt am Ende jedoch kein Restkapital für Erben.

2. Ewige Rente mit Kapitalerhalt: Es werden ausschließlich die realen Nettogewinne (Portfolio-Rendite abzüglich Inflationsausgleich und Steuern) entnommen. Der reale Gegenwert des Startkapitals bleibt unberührt und kann unbegrenzt weitervererbt oder für Stiftungen genutzt werden.

Praxisbeispiel: 500.000 Euro Startkapital bei 2.000 Euro Monatsentnahme

Das folgende Szenario demonstriert den Entnahmeverlauf eines Portfolios von 500.000 € bei einer monatlichen Startentnahme von 2.000 € (4,8% anfängliche Entnahmerate), 5,0% jährlicher Rendite und 2,0% jährlichem Inflationsausgleich:

LaufzeitMonatliche EntnahmeJahresentnahmeJahresrenditeRestkapital
Jahr 12.000 €24.000 €24.355 €500.355 €
Jahr 52.165 €25.978 €24.223 €496.677 €
Jahr 102.390 €28.682 €23.380 €477.712 €
Jahr 152.639 €31.667 €21.519 €437.252 €
Jahr 202.914 €34.963 €18.278 €367.665 €
Jahr 253.217 €38.602 €13.185 €259.036 €
Jahr 303.552 €42.620 €5.630 €98.516 €

Trotz anfänglicher Kapitalerhöhung beschleunigt sich der Vermögensverzehr in späteren Jahren aufgrund der inflationsbedingt steigenden Auszahlungsbeträge. Bei diesem Szenario reicht das Kapital für exakt 32 Jahre und 5 Monate.

Häufig gestellte Fragen zum Entnahmeplan

Was versteht man unter der 4 Prozent Regel der Trinity Study?
Die 4% Regel besagt, dass Anleger im ersten Jahr des Ruhestands 4 Prozent ihres ursprünglichen Portfolios entnehmen und diesen Betrag in den Folgejahren an die Inflation anpassen können, ohne dass das Geld über einen Zeitraum von 30 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeht.
Was ist das Sequence of Returns Risiko bei einem Entnahmeplan?
Das Renditereihenfolgerisiko beschreibt die Gefahr, dass in den ersten Jahren der Entnahmephase starke Börseneinbrüche auftreten. Müssen in fallenden Märkten Fondsanteile mit Verlust verkauft werden, erholt sich das Depot oft nicht mehr, selbst wenn die späteren Durchschnittsrenditen wieder steigen.
Wie wirkt sich die Inflation auf den Entnahmeplan aus?
Ohne Inflationsausgleich verliert die monatliche Rente über 20 Jahre bei 2 Prozent jährlicher Teuerung rund 33 Prozent ihrer realen Kaufkraft. Ein realistischer Entnahmeplan muss die Auszahlungen daher dynamisch um die Inflationsrate anpassen.

Wissenschaftliche Quellen und Referenzinstitute

Der Renditra Entnahmerechner kalibriert seine Berechnungen anhand anerkannter finanzökonomischer Standardwerke:

Stand: Wirtschaftsjahr 2026

Methodik